Artist Statement und Arbeitsweise

Mich beschäftigt die Frage, ob es tatsächlich ein kollektives Unbewusstsein, wie von Carl-Gustav Jung als These aufgestellt, tatsächlich gibt und wenn ja, ob wir in der Lage sind Erkenntnisse aus unseren gesammelten Erfahrungen zu gewinnen. Mit der Methode des automatischen Zeichnens (écriture automatique) bin ich in der Lage zumindest an mein eigenes Unbewusstsein heranzukommen und dieses in Zeichnungen festzuhalten und für Gemälde weiterzuverarbeiten.

Im Rahmen meiner Beschäftigung mit dem Unbewusstsein spielt der Tod als größte unserer Ängste und einer der Triebfedern unseres Lebens eine wichtige Rolle. Ich habe die Möglichkeit häufig an Kartierungen von Flora und Fauna mit einem Biologen teilzunehmen und treffe abseits der öffentlichen Wege oft auf tote Tiere, die ich fotografiere und auch vor Ort zeichne. 

Mich interessiert, was der Mensch mit seinen im Unbewusstsein abgespeicherten Erfahrungen verbindet und wie wir diese verwerten. Ich tauche ein in seine verborgenen, traumverschwommenen Abgründe und Verletzlichkeiten und lasse dafür eine Vielzahl verstörender, geheimnisvoller tierischer Halbwesen entstehen, die in undefinierbaren, surrealen Innenräumen in vielerlei Wechselwirkungen treten. Hierfür bediene ich mich gerne im Verborgenen lebenden Tierformen, wie dem nachtaktiven Springhasen, den unter der Erde lebenden Nacktmullen und Maulwürfen. Auch Parasiten, die sich in fremden Körpern einnisten, wie Bandwürmer finde ich in diesem Zusammenhang relevant. Die Metamorphosen im Tierreich zeigen eine Anpassung an das Leben, die uns Menschen bisher nicht in dem Maße glückt, ohne das eigene Umfeld zu zerstören.

English Version

I am concerned with the question of whether a collective unconsciousness, as put forward by Carl-Gustav Jung as a thesis, actually exists, and if so, whether we are able to gain insights from our accumulated experiences. With the method of automatic drawing (écriture automatique) I am at least able to approach my own unconsciousness and to record it in drawings and process it for paintings.

In my work with the unconscious, death plays an important role as the greatest of our fears and one of the driving forces of our lives. I often have the opportunity to participate in mapping flora and fauna with a biologist and, off the public trails, I often encounter dead animals which I photograph and also draw on site. 

I am interested in what man connects with his experiences stored in his unconscious and how we use them. I immerse myself in his hidden, dream-fuzzy abysses and vulnerabilities and let a multitude of disturbing, mysterious animal half-beings emerge, which interact in many different ways in indefinable, surreal interiors. For this purpose I like to make use of animal forms that live in secrecy, such as the nocturnal jumping hare, the naked mole rats and moles that live underground. I also find parasites that nest in foreign bodies, such as tapeworms, relevant in this context. The metamorphoses in the animal world show an adaptation to life that we humans have not yet been able to achieve to the same extent without destroying our own environment.